Abgesagt: Wenn das eigene Zuhause zur Hölle wird  

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Holzfigur in einer menschlichen Hand

Bensheim | 2. Oktober 2025 Medienberichten zufolge hat die Zahl der Betroffenen häuslicher Gewalt in Deutschland im Jahr 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Diese Entwicklung zeigt, wie aktuell und brisant das Thema ist – und macht deutlich, warum Information, Aufklärung und Unterstützung so wichtig sind.

Vor diesem Hintergrund lädt das Frauenbüro der Stadt Bensheim für Dienstag, 28. Oktober 2025, von 19 bis 21 Uhr zu einem Infoabend in das Frauenbüro, Hauptstraße 53 (zweites Obergeschoss), ein. Unter dem Titel „Wenn das eigene Zuhause zur Hölle wird – von emotionaler Gewalt zur häuslichen Gewalt“ erwartet die Teilnehmenden ein informativer Abend, der Licht auf ein Thema wirft, das in der Gesellschaft häufig unterschätzt oder bagatellisiert wird.

Denn emotionale Gewalt spielt eine wichtige Rolle auf dem Weg hin zur körperlichen Gewalt. Sie geschieht subtil, fast beiläufig – in Familien, am Arbeitsplatz, in der Schule oder in Partnerschaften. Es sind die scheinbar kleinen Kränkungen und Demütigungen, die Betroffene über lange Zeit schwächen, krank machen und häufig der Einstieg in häusliche Gewalt sind. Diese betrifft überwiegend Frauen und umfasst körperliche, sexuelle wie auch psychische Gewaltformen. Sie zieht sich durch alle Bildungs- und Einkommensschichten, Nationalitäten und Kulturen.

Am 28. Oktober führt die Diplom-Gesundheits- und Mentalberaterin Britta Ellger-Lehr durch den Abend. Die Fitnesstrainerin und Psychotherapeutin erläutert Hintergründe, zeigt die Unterschiede zwischen emotionaler und häuslicher Gewalt auf und stellt konkrete Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten vor.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit und richtet sich insbesondere an Frauen im Unterstützungssystem – sowohl privat als auch beruflich. Anmeldung und Teilnahme erfolgen über das Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit, E-Mail an frauen@buero-f.de, Telefon: 0611 / 15786-0. Es wird eine Teilnahmegebühr von 15 Euro erhoben. Anmeldeschluss ist der 14. Oktober 2025.

Hintergrundinformationen

Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache, sondern ein gesellschaftliches Problem, das alle betrifft – die Betroffenen selbst, die Politik, Institutionen und die Zivilgesellschaft. Fachstellen und Expertinnen und Experten weisen seit Jahren darauf hin, dass dringend gehandelt werden muss: Es bedarf mehr Frauenhausplätze und Schutzwohnungen, um Betroffene schnell und sicher unterbringen zu können. Gleichzeitig ist eine bessere Datenlage nötig, unterstützt durch umfassendere Erhebungen, damit das Ausmaß der Gewalt genau erfasst und gezielt bekämpft werden kann.

Auch Präventionsarbeit muss gestärkt werden, um Gewalt frühzeitig zu verhindern und Betroffene zu schützen. Schließlich braucht es eine umfassendere Unterstützung und Beratung, die den Betroffenen Orientierung, Schutz und konkrete Hilfen bietet – damit Gewalt gegen Frauen wirksam begegnet werden kann.

Im Jahr 2024 wurden laut Bundeskriminalamt in Deutschland 265.942 Menschen als Betroffene häuslicher Gewalt registriert – so viele wie nie zuvor seit Beginn der bundesweiten Erhebung. Das entspricht einem Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Fünfjahresvergleich sogar von fast 14 Prozent. Rund 73 Prozent der Opfer sind Frauen. Besonders häufig ging die Gewalt von Partnern oder Ex-Partnern aus: Im Bereich der Partnerschaftsgewalt wurden 171.100 Fälle registriert, fast 80 Prozent der Betroffenen waren weiblich. In drei von vier Fällen waren die Täter Männer.

Die hier genannten Daten beruhen auf vorläufigen Angaben. Das offizielle Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024 des Bundeskriminalamts wird im Herbst erwartet und soll die Entwicklung umfassend dokumentieren. Klar ist aber schon jetzt: Häusliche Gewalt bleibt eine der zentralen Herausforderungen für unsere Gesellschaft.

Hinweis auf Hilfsangebote:
Betroffene und Unterstützende können sich jederzeit an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) wenden. Das Angebot ist anonym, kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar.

In Bensheim gibt es außerdem durch den Verein Frauenhaus Bergstraße ein Beratungsangebot für Frauen bei Häuslicher Gewalt: Mail an kontakt@frauenberatung-bergstrasse.de, Telefon 06251 67495.