Strategiepapier zum Einsatz von KI in der Stadtverwaltung

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Großes Gebäude mit Bäumen davor

Bensheim | 5. Februar 2026 Die Stadtverwaltung Bensheim geht einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer modernen, digitalen und zukunftsfähigen Verwaltung: Ein interdisziplinäres KI-Gremium, also eine eigens gegründete Arbeitsgruppe innerhalb des Rathauses, hat ein umfassendes Strategiepapier sowie eine Dienstvereinbarung zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Stadtverwaltung und deren Eigenbetrieben erarbeitet und verabschiedet. Damit schafft die Stadt einen verbindlichen Rahmen für den verantwortungsvollen, datenschutzkonformen und effizienten Einsatz von KI-Technologien.

Ziel der Dienstvereinbarung ist es, den Einsatz von KI gezielt zur Effizienzsteigerung und Entlastung der Mitarbeitenden zu fördern und gleichzeitig die Rechte der Beschäftigten sowie den Schutz personenbezogener Daten der Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Die Stadtverwaltung Bensheim und ihre Eigenbetriebe haben hierzu gemeinsam mit dem KI-Gremium, unter Einbeziehung des behördlichen Datenschutzbeauftragten und des Informationssicherheitsbeauftragten, entschieden, welche KI-Tools künftig eingesetzt werden dürfen.

Die zugelassenen Anwendungen sind verbindlich in den „Leitlinien zum verantwortungsvollen Umgang mit KI“ festgehalten. Ausschließlich diese zentral freigegebenen Tools dürfen in der Verwaltung genutzt werden. Dabei ist klar geregelt, dass nicht alle Anwendungen für alle Mitarbeitenden freigegeben sind: Einige KI-Tools stehen nur bestimmten Anwendergruppen zur Verfügung und werden bei Bedarf regelmäßig aktualisiert.

Ein zentrales Element der Regelung ist ein Ampelsystem, das die KI-Anwendungen nach datenschutzrechtlichen Kriterien klassifiziert. Datenschutzkonforme Tools sind grün gekennzeichnet, Anwendungen mit besonderem Regelungsbedarf orange, nicht datenschutzkonforme Anwendungen rot. Welche Anforderungen bei der Nutzung der jeweiligen Kategorien zu beachten sind, ist detailliert in einer Dienstvereinbarung beschrieben.

Weiterführende strategische Grundlagen finden sich in einem Strategiepapier. Dieses verfolgt das Ziel, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Stadtverwaltung und deren Eigenbetrieben systematisch zu etablieren, um Effizienz und Innovationskraft nachhaltig zu steigern. Während Bürgernähe ein zentraler Leitgedanke bleibt, liegt der Schwerpunkt der KI-Anwendungen zunächst auf der internen Verwaltungsarbeit. Dazu zählen insbesondere die Automatisierung von Routineaufgaben sowie die Beschleunigung von Arbeitsabläufen. Dadurch sollen Mitarbeitende in Zeiten des Fachkräftemangels entlastet werden und mehr Zeit für komplexe, wertschöpfende und bürgerorientierte Aufgaben gewinnen.

Die Erstellung und Umsetzung der KI-Strategie erfolgten strikt im Einklang mit den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen, darunter die EU-Verordnung zum Künstliche-Intelligenz-Gesetz (AI Act), die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), das Bundesdatenschutzgesetz sowie das Hessische Datenschutz- und Informationsfreiheitsgesetz. Datenschutz und Informationssicherheit haben dabei höchste Priorität.

„Künstliche Intelligenz ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um unsere Verwaltung leistungsfähig, zukunftssicher und bürgernah aufzustellen“, betonen Bürgermeisterin Christine Klein und Erster Stadtrat Frank Daum. „Mit dem Strategiepapier und der Dienstvereinbarung schaffen wir klare Regeln, Transparenz und Sicherheit – für unsere Mitarbeitenden ebenso wie für die Bürgerinnen und Bürger. Gerade angesichts des Fachkräftemangels ist ein verantwortungsvoller KI-Einsatz ein wichtiger Baustein für eine handlungs- und zukunftsfähige Verwaltung.“

Den nun festgelegten Regelungen vorausgegangen war eine umfassende Informations- und Auftaktveranstaltung im Frühjahr 2025 mit der Verwaltungsspitze, allen Führungskräften, dem Personalrat sowie der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten. Anschließend wurde ein interdisziplinäres KI-Gremium gegründet, das konkrete Einsatzfelder identifiziert und den Umstellungsprozess begleitet hat.

In mehreren Workshops wurden gemeinsam mit den Fachbereichen praxisnahe KI-Ansätze erarbeitet – unter anderem für Datenübertragungen, Kommunikation und Dokumentenerstellung. Neben generativen KI-Anwendungen ist perspektivisch auch der Einsatz kognitiver Systeme vorgesehen, die Entscheidungsprozesse unterstützen und Verwaltungsabläufe weiter optimieren können.

Die jeweiligen Einsatzmöglichkeiten sind im Strategiepapier detailliert beschrieben. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Qualifizierung der Mitarbeitenden: Alle Beschäftigten, die die KI-Tools nutzen, werden regelmäßig geschult und für Datenschutz, Informationssicherheit und einen verantwortungsvollen Umgang mit KI sensibilisiert. Entsprechende Fortbildungsangebote werden durch die Stadt bereitgestellt.

Mit dem verabschiedeten Strategiepapier und der Dienstvereinbarung setzt die Stadt Bensheim ein klares Zeichen für einen strukturierten, rechtssicheren und zukunftsorientierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der kommunalen Verwaltung – zum Nutzen der Mitarbeitenden und der Bürgerinnen und Bürger.