Seniorenbeirat ein Sprachrohr und verlässlicher Partner für ältere Menschen

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Seniorenbeirat Bensheim sitzend am Tisch

Bensheim | 26. August 2025 Älterwerden aktiv gestalten, Unterstützung bieten und Räume für Begegnung schaffen – das ist das Ziel des Kommunalen Seniorenbeirats in Bensheim. Seit mehr als 29 Jahren setzt sich das Gremium als Sprachrohr und Interessenvertretung für die Anliegen der älteren Generation ein.

Vorsitzende Gudrun Frehse nutzte die jüngste Sitzung, um auf die vergangenen viereinhalb Jahre zurückzublicken. In dieser Zeit habe der Seniorenbeirat zahlreiche Initiativen angestoßen und begleitet. Dazu zählen etwa die „Babbelbänke“ in der Fußgängerzone, die zu Begegnung und Austausch im öffentlichen Raum einladen. Ebenfalls erfolgreich etabliert wurde das VRN-Mobilitätstraining, das Seniorinnen und Senioren praktische Hilfestellungen für die sichere Nutzung von Bus und Bahn vermittelte und bei zwei Terminen auf große Resonanz stieß.

Für kürzere Fahrten suchte der Seniorenbeirat Bensheim Anfang des Jahres ehrenamtliche Radlerinnen und Radler, die dabei helfen, ältere Menschen mittels Fahrradrikschas unkompliziert von A nach B zu bringen. Daraufhin ließ es sich die Senioren- und Behindertenbeauftragte nicht nehmen, selbst den sogenannten „Pilotenausweis“ für Fahrradrikschas zu machen. Mitte Mai absolvierte sie erfolgreich die Schulung, seitdem ist sie offiziell als Rikscha-Fahrerin im Einsatz. Damit darf sie künftig selbst Fahrgäste sicher und regelkonform durch Bensheim kutschieren. Das öffentliche Interesse war danach so groß, dass sich mittlerweile sieben freiwillige Fahrradbegeisterte auf den Aufruf gemeldet haben.

Darüber hinaus organisierte Gudrun Frehse die beliebten Ge(h)spräche, bei denen Bewegung an der frischen Luft mit Gesprächen in ungezwungener Atmosphäre verbunden wird. Mit hohen Teilnehmendenzahlen hat sich dieses Format zu einer kleinen Erfolgsgeschichte entwickelt.

Der nächste Termin ist am Donnerstag, 11. September 2025. Dann geht es mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Birkenau, dem charmanten „Dorf der Sonnenuhren“. Dort erwartet die Teilnehmenden eine spannende Führung. Anschließend bringt ein Shuttle alle bequem ins Café Orchidee, wo der Ausflug gemütlich ausklingen kann. Treffpunkt ist um 12.30 Uhr am Bahnhof Bensheim. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich, da Gruppentickets organisiert werden: telefonisch unter 06251/550096 oder per E-Mail an ksb@bensheim.de. Es kann auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden.

Vertreterinnen und Vertreter des Beirats waren außerdem regelmäßig auf Seniorenmessen präsent, um dort direkt mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. Sehr gut angenommen wird auch das Angebot des Offenen Treffs „Digital im Alter“, bei dem ältere Menschen Unterstützung im Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer erhalten. Zuletzt schaute dort eine 92 Jahre alte Bensheimerin vorbei, die sich von den Expertinnen und Experten die Funktion eines Online-Kartendienstes erläutern ließ.

Neben solchen Projekten versteht sich der Seniorenbeirat als verlässlicher Ansprechpartner im Alltag älterer Menschen. So unterstützt das Gremium Bürgerinnen und Bürger bei Anliegen im Umgang mit Behörden und Ämtern und hilft dabei, bürokratische Hürden leichter zu überwinden. In schwierigen Lebenssituationen bietet der Beirat Orientierung und Begleitung und trägt so dazu bei, dass Seniorinnen und Senioren in belastenden Phasen nicht allein bleiben.

Zudem vermittelt er Kontakte zu Trägern, Einrichtungen und Diensten der Altenhilfe, um passgenaue Unterstützung zu ermöglichen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Information: Der Seniorenbeirat gibt Auskunft über die in Bensheim vorhandenen Angebote, Einrichtungen und Dienste für ältere Menschen und trägt so zu mehr Transparenz und Zugänglichkeit bei.

Zusätzlich bietet die Seniorenbeauftragte regelmäßig Beratungsstunden an – jeweils dienstags und donnerstags von 9 bis 11.30 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung im Büro der Alten Faktorei, Hauptstraße 39, in Bensheim (1. Obergeschoss).

Der Kommunale Seniorenbeirat ist unabhängig, parteipolitisch neutral und konfessionell nicht gebunden. Seine Mitglieder werden für fünf Jahre gewählt. Der aktuelle Beirat setzt sich wie folgt zusammen: Jutta Becker, Hans Dieter Braun, Karl Jährling, Heinz Lenhart, Kurt Manich, Ilse Moradkhani, Erika Roß, Carola Unrath und Waltrud Ottiger. Die nächsten Wahlen finden 2026 statt.

Ein Beispiel für die praxisnahe Arbeit stellte in der Sitzung Waltrud Ottiger vor: den „Koffer der Seniorenlotsen“, der mit nützlichen Alltagshilfen gefüllt ist, die Seniorinnen und Senioren wertvolle Unterstützung leisten können. Dazu zählen Greifhilfen ebenso wie ein Taschenlicht, altersgerechte Flaschen- und Dosenöffner, große, wasserfeste Spielkarten, Anziehhilfen für Socken oder die SOS-Dose. Sie wird in der Regel im Kühlschrank aufbewahrt und erleichtert die Arbeit von Sanitätern und Notarzt: Die Notfalldose enthält die wichtigsten Gesundheitsinfos des Patienten oder der Patientin. Im Ernstfall hilft es, wertvolle Zeit zu sparen.

Bei dem seit 2015 bestehenden Projekt der Seniorenlotsen, eine Kooperation zwischen Caritasverband und Stadt Bensheim, handelt es sich um ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Stadtteilen leben und als Kontaktpersonen für ältere Menschen und ihre Angehörigen fungieren. Sie unterstützen Ratsuchende und Hilfsbedürftige niedrigschwellig, die richtigen Ansprechpartner für ihre Anliegen zu finden und ermöglichen ihnen den Zugang zu passgenauen Angeboten, um ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

In der Sitzung des Gremiums zeigte sich deutlich: Mit einem breiten Engagement beweist der Seniorenbeirat, wie wichtig eine starke Interessenvertretung für ältere Menschen vor Ort ist – und wie viel durch Zusammenarbeit, Ideenreichtum und ehrenamtliches Engagement bewegt werden kann. Für die Wahlen im nächsten Jahr hofft Gudrun Frehse wieder auf engagierte Interessierte, die sich einbringen möchten.