Programmieren und Selbstverteidigung

Workshops im Jugendzentrum kamen sehr gut an

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2 Personen schauen in Laptop

Bensheim | 25. April 2025 In den diesjährigen Osterferien bot das Jugendzentrum wieder spannende Workshops, die Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gaben, neue Fähigkeiten zu erlernen und ihre Kreativität auszuleben.

In der ersten Ferienwoche fand ein spezieller Aufbauworkshop zum Thema „Games programmieren“ statt: Zehn junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten dabei ihre Kenntnisse im Bereich der Spielentwicklung vertiefen und sich intensiv mit den Aspekten des Storytellings und der 3D-Animation auseinanderzusetzen.

Die Kinder lernten dabei nicht nur, wie man ein Spiel programmiert. Es ging auch um das Storytelling und somit um die wichtige Frage, was Geschichten in Filmen und Büchern von den Geschichten in Spielen unterscheidet. Dabei erfuhren die jungen Programmiertalente, wie man spannende, nicht-lineare Geschichten entwickelt, bei denen die Spielenden den Verlauf aktiv beeinflussen können.

Besonders eindrucksvoll war der Einsatz von „Tinkercad“, einem kostenlosen Online-Tool von Autodesk. Damit konnten die Workshopteilnehmenden ihre eigenen 3D-Welten erschaffen und animieren. Durch den Einsatz von 3D-Brillen tauchten sowohl die Kinder als auch ihre Eltern in die von ihnen selbst gestalteten Welten ein. Workshopleiter Max Neu von der „Stiftung für digitale Spielekultur“, der von seinem Kollegen Georg Schäfer unterstützt wurde, war von der intensiven Arbeitsbereitschaft, dem hohen Maß an Konzentration und dem Wissen der Kinder tief beeindruckt.

Der Workshop der Jugendförderung der Stadt Bensheim fand in Kooperation mit dem digi_space des Kreises Bergstraße statt und wurde über die „Stärker mit Games 2“-Maßnahme des Bundesministeriums für Forschung und Bildung finanziert, deren Vergabe von der Stiftung für digitale Spielekultur durchgeführt wird. „Stärker mit Games 2“ ist eine bundesweite Initiative der Stiftung Digitale Spielekultur, die im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Im Rahmen von „Stärker mit Games 2“ vermittelt die Stiftung sozioökonomisch benachteiligten Kindern und Jugendlichen kulturelle Bildung mit Hilfe von Video- und Computerspielen.

In der zweiten Woche stand ein Selbstverteidigungskurs für Mädchen auf dem Programm. Der „Wendo“-Kurs, ein feministisch orientiertes Selbstverteidigungskonzept, wurde von der erfahrenen Trainerin Doris Aubele durchgeführt. Wendo ist ein Konzept der Selbstverteidigung, das die Lebenssituation von Frauen und Mädchen in den Blick nimmt und sich gegen jede Form von Gewalt und struktureller Benachteiligung richtet. Ziel ist die Stärkung des Selbstbewusstseins und das Erlernen von Strategien zur Selbstbehauptung in schwierigen Situationen. Neben einfachen Schlag- und Tritt-Techniken wurde den jungen Teilnehmern auch die Fähigkeit vermittelt, zwischen Belästigung und normalen zwischenmenschlichen Interaktionen zu unterscheiden.

Was sind lockere Gespräche, was hingegen schon Anzüglichkeiten? Was sind freundschaftliche Berührungen und was sexuelle Belästigung? Auch diese Fragen waren Teil des Workshops, bei dem frech sein, mutig sein und sich wehren erlaubt und ausdrücklich erwünscht war. Im geschützten Raum konnten die Mädchen erproben, welche Selbstverteidigungsstrategie am besten zu ihnen passt und am wirksamsten ist.

Ein wichtiger Aspekt des Kurses war die Förderung eines solidarischen Miteinanders und das Erlernen, wie man sich in gefährlichen Situationen effektiv wehrt. Der Kurs wurde durch Elternbeiträge sowie einen Zuschuss aus der Landesförderung „Sport integriert Hessen“ finanziert, der über die Kooperation mit Ursula Kuzdral-Seliger vom Team Integration und Soziales ermöglicht wurde.

Lego Roboter auf Boden

Am Nachmittag der zweiten Ferienwoche fand bereits zum dritten Mal der beliebte „Lego Spike Prime Workshop“ statt. Unter der Leitung von Jan Fuchs vom digi_space des Kreises Bergstraße konnten die Kinder nach Herzenslust eigene Roboter aus Lego- Technik bauen, diese mit Servomotoren und Sensoren ausstatten und ihren kleinen Androiden mit ganz eigenen Programmierungen zum Leben erwecken. Im Mittelpunkt standen verschiedene Herausforderungen, die es zu meistern galt, wie Linien folgen, Farben erkennen und Hindernisse verschieben. Neben der Möglichkeit, Eigenkreationen wie „Kampfroboter“ und einen „Plotter“ zu bauen, stand den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch ein offizieller Wettkampfteppich der Lego League zur Verfügung, auf dem anspruchsvolle Aufgaben bewältigt werden mussten.

Der Workshop bot den Kindern somit nicht nur die Gelegenheit, ihre technischen Fähigkeiten zu erweitern, sondern auch ihre Problemlösungsfähigkeiten in einem spielerischen und kreativen Umfeld zu testen.