Bensheim | 15. Januar 2026 Mit Freude begrüßte Bürgermeisterin Christine Klein die zahlreichen Gäste des diesjährigen Neujahrsempfangs am Sonntagvormittag im Bürgerhaus Bensheim.
In ihrer letzten Neujahrsansprache erinnerte Verwaltungschefin Christine Klein, die nicht mehr für das Amt der Bürgermeisterin kandidiert, an die globalen, vielfältigen Krisen, die ihre Amtszeit prägten: Corona-Pandemie, der Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Bensheimer Haushaltskrise, verursacht durch einen massiven Gewerbesteuereinbruch von 40 Millionen Euro. Keine Amtszeit eines anderen Bensheimer Bürgermeisters war geprägt von solchen Krisen. „Und doch haben wir gemeinsam mit Optimismus und Zuversicht diese Krisen gemanagt und gute Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt getroffen. Das hat viel Kraft und Energie gekostet, aber: Es hat sich gelohnt.“
Mit Blick auf ihr letztes Jahr im Amt sagte Bürgermeisterin Klein: „Auch das wird von Zuversicht und gemeinsamem Gestalten geprägt sein. Ich möchte dieses Jahr nutzen, um tragfähige Lösungen für das Neumarktcenter, das ehemalige Kaufhaus Krämer und das Bürgerhaus auf den Weg zu bringen. Gemeinsam mit Ihnen werde ich weiterhin an einer Stadt arbeiten, die zusammenhält, die mutig nach vorne schaut und die ihre Stärke aus dem Miteinander schöpft.“
Die Bürgermeisterin verwies in ihrer Rede auch auf die Erfolge der Stadtverwaltung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger: Dazu gehören spürbarer Bürokratieabbau durch Fortschreiten der Digitalisierung, hohe Standards bei Informationssicherheit und auch der gegründete Verwaltungsstab für den Krisenfall: „Die Bensheimerinnen und Bensheimer können sich auch im Krisenfall auf ihre Verwaltung verlassen.“
„Bensheim ist und bleibt ein attraktiver Wirtschaftsstandort für Unternehmen unterschiedlicher Größe“, sagte Bürgermeisterin Klein. Das sei abzulesen an der Vielzahl von Anfragen von Unternehmen, die sich für Bensheim als Firmensitz interessieren.
In ihrer Neujahrsrede lobte Bürgermeisterin Christine Klein die Bensheimerinnen und Bensheimer: „Ich erlebe die Menschen hier in unterschiedlichsten Bereichen als zupackend, die Initiative ergreifend, innovativ. Wir können selbstbewusst auf unsere schöne Stadt schauen. Das Glas ist halb voll“, sagte die Bürgermeisterin beim Neujahrsempfang. Vor mehr als 400 Besucherinnen und Besuchern nannte sie Bensheim eine Stadt, für die es sich lohne, mit Herzblut zu arbeiten, ihre Gegenwart aktiv zu gestalten und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
Diese zuversichtliche Haltung werde durch die Eindrücke gestärkt, die sie auch bei der Integration von geflüchteten Menschen in Bensheim gewonnen habe. „Unsere Heimatstadt präsentiert als weltoffene Stadt und empfängt geflüchtete Menschen mit Offenheit.“ Bensheimerinnen und Bensheimer engagierten sich – gleich ob privat, in Vereinen oder Unternehmen – für geflüchtete Menschen. An die Helferinnen und Helfer gerichtet sagte die Bürgermeisterin: „Sie sind bereit zu teilen – Ihre wertvolle Zeit, Ihre Kontakte und Ihre Zuversicht. Dafür gilt Ihnen mein, unser aller Dank.“
In ihrer Rede blickte die Chefin der Verwaltung auch auf die zwei für Bensheim besonders wichtigen Wahlen im Jahr 2026: die Kommunalwahl am 15. März und die Wahl zum Bürgermeister am 16. August. Für beide Wahlen gelte: „Jede Stimme zählt. Wer nicht wählt, überlässt anderen die Entscheidung. Wer wählt, gestaltet mit – ganz konkret bei Themen, die unseren Alltag betreffen und die Zukunft unserer Region prägen.“ Daher rief Bürgermeisterin Christine Klein zum Gang zur Wahlurne auf und griff den Wert des Wahlrechts auf. „Für mich ist dieses Wahlrecht Verantwortung. Denn Demokratie lebt davon, dass Menschen sich einbringen, abwägen, entscheiden – auch dann, wenn diese Entscheidung nicht leichtfällt. Genau darin liegt die Stärke von Demokratie.“ Politikerinnen und Politiker sieht Bürgermeisterin Klein in der Verantwortung, Menschen für Demokratie und politische Beteiligung zu gewinnen. „Begriffe wie Politikverdrossenheit oder Wahlmüdigkeit dürfen uns nicht gleichgültig sein. Denn eine lebendige Demokratie braucht Beteiligung, sonst überlassen wir denen das Feld, die Demokratie aushöhlen wollen.“
Für Kommunalwahl und Bürgermeisterwahl wünscht sich die Bürgermeisterin vor allem: „Ein faires, sachliches und respektvolles Miteinander, in dem inhaltlich diskutiert wird, was Bensheim weiterbringt.“ Speziell zur Bürgermeisterwahl sagte sie: „Es ist mein Wunsch und gleichzeitig meine Überzeugung, dass wir bei der Bürgermeisterwahl eine Nachfolge finden, die mit Herz, Weitblick und Mut unsere Stadt in die Zukunft führt. Eine Person, die zuhört, verbindet und neue Ideen mitbringt.“
Diese Eigenschaften seien von zentraler Bedeutung, so Bürgermeisterin Klein. „Denn es gibt Zeiten, in denen Entscheidungen schwerfallen und in denen nicht jede Lösung einfach oder sofort sichtbar ist. Aber gerade in solchen Zeiten zeigt sich: Wir lassen uns nicht entmutigen. Wir suchen nach Lösungen, wir hören zu, wir arbeiten zusammen – in Teams, Netzwerken, Initiativen, und auch über politische Lager hinweg. Was uns verbindet, ist die Liebe zu Bensheim – und die Verantwortung für unsere Stadt, in der wir leben, in der wir uns engagieren, in der wir Zukunft gestalten.“
Die zentrale Botschaft von Stadtverordnetenvorsteherin Christine Deppert, die mit ihrer Rede den Neujahrsempfang eröffnete, lautete: Gemeinschaft lebt von Zusammenhalt, Verantwortung und der Bereitschaft, Neues zu wagen. Die Stadtverordnetenvorsteherin sieht es als gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Bürgerschaft, die Bensheimer Innenstadt lebendig, vielfältig und attraktiv zu gestalten – getragen von Innovationskraft und kreativen Ideen.
Christine Deppert betonte ebenfalls die Wichtigkeit von Kommunal- und Bürgermeisterwahl für die Stadt Bensheim: „Beide Wahlen sind entscheidende Weichenstellungen für unsere Zukunft. Ich habe großes Vertrauen in unsere Bürgerinnen und Bürger, dass sie diese wichtigen Entscheidungen verantwortungsvoll, mit Außenmaß und im Sinne unserer Stadt treffen werden.“ Als persönliches Anliegen formulierte sie: „Nutzen Sie Ihre Stimme und gehen Sie zur Wahl.“
Christine Deppert blickte in Ihrer Ansprache auch zurück auf den 26. Juli des vergangenen Jahres, als erstmals in Bensheim „in Regenbogenfarben der Christopher Street Day gefeiert wurde – ein Signal für Solidarität, Vielfalt und Akzeptanz gerade auch im ländlichen Raum“. Die Stadtverordnetenvorsteherin erinnerte an den großen Wert von Kultur: „Kultur ist kein Selbstläufer. Sie braucht Aufmerksamkeit, Unterstützung und Förderung. Sie ist kein Luxus. Sie ist Identität. Sie macht einen Ort lebendig.“
In ihrer Rede erinnerte Christine Deppert an den Jahreswechsel als „besonderen Moment: Er lädt uns ein innezuhalten, zurückzublicken und nach vorne zu schauen. Zwischen dem letzten Schlag der alten Uhr und dem ersten Takt des neuen Jahres liegt oft ein Augenblick der Stille, ein Moment des Nachdenkens“. Die Stadtverordnetenvorsteherin weiter: „Ein neues Jahr bietet uns die Chance, Dinge neu zu betrachten, Prioritäten zu setzen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen für unsere Stadt, unsere Gemeinschaft und das Miteinander, das Bensheim auszeichnet.“ Christine Deppert freute sich über die Geburt eines Neujahrsbabys im Bensheimer Geburtshaus und die ehrenamtliche Arbeit der Mitwirkenden: „Die Arbeit dieser Institution ist wertvoll für Bensheim.“
Mit einem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt wurden während des Neujahrsempfangs Nina Engel und Mareike Thomaier gewürdigt. Die beiden Spielerinnen der Flames wurden mit der deutschen Frauenhandball-Nationalmannschaft bei der WM im Dezember Vize-Weltmeister.
Die Band der Musikschule Bensheim gestaltete den traditionellen Empfang musikalisch, die Biedermeiergruppe der Heimatvereinigung Oald Bensem übernahm die Bewirtung, das Team des Eigenbetriebs Stadtkultur die Organisation.
In seinen geistlichen Gedanken rief Pfarrer Christian Stamm von der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist an der Bergstraße zum Gespräch miteinander und zu gegenseitigem Vertrauen auf.
Doris Walter in der Rolle der Fraa vun Bensem blickte in ihrer Ansprache in Bensheimer Mundart kritisch auf die weltpolitische Entwicklung und betonte den Wert des freien Wortes: „Es geht wie schon Jahrhunderte – und das ist wahr, um Reichtum und Macht; es ist schon jedem klar: Dummheit und Arroganz wächst durch Ignoranz. Menschen kämpfen um ihr freies Wort; sie verschwinden oder werden erschossen gleich vor Ort.“ Für Bensheim wünscht sie sich: „Eine starke Gemeinschaft – nicht durch dummes Geschwätz verwirrt; das hätte ich gerne in meinem Bensheim und in meinem Geviert.“