Bensheim | 18. November 2025 Das Netzwerk „Bestens vernetzt“ engagiert sich seit seiner Gründung im Sommer 2021 für die bestmögliche Unterstützung von Familien in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder und für eine enge Verzahnung der Angebote in Bensheim. Beim jüngsten Treffen im Frauenbüro Bensheim stand das Thema Inklusion erneut im Zentrum der Gespräche.
Die Teilnehmenden betonten dabei, wie wichtig inklusive Angebote für die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern mit Inklusionsbedarf sind. Entscheidend sei es, Umgebungen zu schaffen, die individuelle Bedürfnisse berücksichtigen und gleichzeitig dazu beitragen, soziale Interaktionen zu fördern sowie das Selbstbewusstsein jedes einzelnen Kindes zu stärken. Inklusion bedeute, Barrieren abzubauen und eine Welt zu gestalten, in der alle Kinder – unabhängig von neurologischen oder physischen Besonderheiten – ihren Platz finden.
Start des neuen Inklusionscafés
Um diesem Anspruch noch stärker gerecht zu werden, eröffnet das Familienzentrum Bensheim ein neues inklusives Angebot. Am Freitag, 28. November 2025, findet von 15 bis 17 Uhr erstmals das Inklusionscafé im Café Storch in der Hauptstraße 89 statt. Damit entsteht ein neuer Begegnungsraum für Eltern und Bezugspersonen mit Kindern sowohl mit als auch ohne Beeinträchtigung.
Das Inklusionscafé soll von Beginn an ein Ort sein, an dem Begegnung und Austausch in einer offenen und herzlichen Atmosphäre möglich werden. Bei Kaffee, Kakao und Kuchen können Familien miteinander ins Gespräch kommen, während parallel kreative Angebote – etwa Bastelaktionen – für die Kinder in Planung sind. Besonders wichtig ist den Organisatorinnen, dass Wünsche und Bedürfnisse der Familien aufgegriffen werden und das Angebot gemeinsam weiterentwickelt wird. Der Treff richtet sich ausdrücklich an Kinder jeden Alters. Begleitet wird das Angebot ehrenamtlich von einer engagierten Mutter, die selbst persönliche Erfahrungen mit dem Thema Inklusion mitbringt.
Geplant ist, das Inklusionscafé künftig einmal pro Monat zu öffnen. Aufgrund der Weihnachtszeit wird der nächste Termin erst im neuen Jahr stattfinden. Aktuelle Informationen und Termine veröffentlicht das Familienzentrum auf seiner Website. Für die Teilnahme ist keine Anmeldung erforderlich; Familien können einfach vorbeikommen.
Marion Vatter vom Frauenbüro der Stadt Bensheim und Initiatorin des Netzwerks „Bestens vernetzt“, bedankte sich im Namen aller Netzwerkerinnen herzlich beim Familienzentrum dafür, dass die Umsetzung dieses neuen Projekts möglich gemacht wird.
Rückblick und Ausblick im Netzwerk
Neben dem Schwerpunktthema Inklusion blickte das Netzwerk auf den Weltkindertag zurück. Marion Vatter dankte den Unterstützerinnen für ihr Engagement, insbesondere der Karl-Kübel-Stiftung, die die Standvorbereitung übernommen hatte. Das Netzwerk beteiligte sich an einer Bühnenaktion, außerdem war das Geburtshaus vertreten. Die gemeinsame Veranstaltung der Karl-Kübel-Stiftung in Kooperation mit der Stadt Bensheim soll auch im kommenden Jahr fortgeführt werden. Erneut möchte sich das Netzwerk dann dort wieder präsentieren.
Nach dem Rückblick auf den Weltkindertag folgte ein umfassender Austausch über die Situation in den einzelnen Einrichtungen. Die Netzwerkpartnerinnen nutzten die Gelegenheit, aktuelle Themen, Bedarfe und neue Angebote vorzustellen.
So informierte Sandra Bechtel-Mai vom Verein Pro Kind darüber, dass in der Einrichtung derzeit noch freie Krippenplätze zur Verfügung stehen. Ursache hierfür sei der demografische Wandel, der sich im U3-Bereich zunehmend bemerkbar mache und zu einem geringeren Bedarf an Betreuungsplätzen führe.
Maja Pinzolas vom Verein Sonnenkinder wies auf das Projekt des Hofcafés hin, das jeden Sonntag von 15 bis 18 Uhr auf ihrem Begegnungshof geöffnet ist. Zusätzlich findet monatlich das „Hofcafé ohne Grenzen“ statt. Dieses Angebot richtet sich an neu nach Deutschland gekommene Familien mit Migrationshintergrund und an sogenannte Buddy-Familien aus der Region. Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein Nachmittag mit Spielen und Aktivitäten für Kinder, dem Austausch persönlicher Erfahrungen und Geschichten sowie einem offenen Miteinander bei Kaffee und Kuchen.
Stefanie Frank vom Mehrgenerationenhaus des Caritaszentrums Franziskushaus berichtete vom „Bündnis Partnerschaft für Demokratie“. Dieses wird von Magdalena Schumann von der Koordinierungs- und Fachstelle betreut und unterstützt Projekte zur Demokratieförderung. Personen oder Gruppen mit eigenen Projektideen können sich bei Magdalena Schumann melden und sich um finanzielle Mittel für die Umsetzung bemühen.
Martina Gaiser, zuständig für die Schwangerenberatung bei der Regionalen Diakonie Bergstraße, hob hervor, wie wichtig ihr die enge Anbindung an das Netzwerk ist. Angebote wie die Drop Ins und die Betreuung im U3-Bereich seien für viele Frauen eine direkte Anschlussmöglichkeit nach der Schwangerschaft und Geburt. In ihrer Beratung könne sie werdende Mütter gezielt auf diese Unterstützungsangebote hinweisen. Zudem erinnerte sie an die Bundesstiftung Mutter und Kind, die Schwangeren in finanziellen Notlagen eine einmalige Beihilfe zur Erstausstattung des Babys ermöglicht. Der Antrag muss vor der Geburt gestellt werden und richtet sich besonders an Frauen aus sozioökonomisch benachteiligten Situationen.
Marion Vatter informierte darüber hinaus über den Verhütungsmittelfonds der Pro Familia im Kreis Bergstraße. Dieser Fonds richtet sich an Frauen mit geringem Einkommen oder bestimmten Sozialleistungen und unterstützt sie bei der Finanzierung verschiedener Verhütungsmittel wie Pille, Spirale, Depotspritze oder Vaginalring.
Inka Kuusela von der Karl-Kübel-Stiftung stellte die Angebote der Frühen Hilfen vor, die Familien rund um Schwangerschaft, Geburt und die ersten drei Lebensjahre eines Kindes mit Beratung, Bildungsangeboten und niedrigschwelliger Unterstützung begleiten. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen zur gesunden Entwicklung von Kindern sowie zur Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenz.
Über das Netzwerk „Bestens vernetzt“
Das Netzwerk „Bestens vernetzt“ verfolgt das Ziel, Schwangere, Eltern sowie alleinerziehende Mütter und Väter mit Kindern in den ersten Lebensjahren frühzeitig, umfassend und niedrigschwellig zu begleiten. Durch den kontinuierlichen Austausch der beteiligten Institutionen können bestehende Angebote weiterentwickelt, neu miteinander verknüpft und passgenau auf die Bedürfnisse von Familien abgestimmt werden. Das Netzwerk versteht sich dabei als Ratgeber und Unterstützer, der Familien Orientierung gibt und ihnen den Zugang zu den vielfältigen Angeboten erleichtert.
Institutionen oder Kooperationspartnerinnen und -partner, die Interesse an einer Mitarbeit im Netzwerk haben, können sich telefonisch beim Frauenbüro der Stadt Bensheim unter 06251 856003 oder per E-Mail an frauenbuero@bensheim.de melden.
Weitere Informationen sind auf der Seite Bestens vernetzt zu finden.