„Mütter des Grundgesetzes“: Ausstellung erinnert an die Pionierinnen der Gleichberechtigung

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Ausstellungsplakat "Mütter des Grundgesetzes"

Bensheim | 15. September 2025 Sie waren vier Frauen mit großer Durchsetzungskraft und haben Geschichte geschrieben: Frieda Nadig, Elisabeth Selbert, Helene Weber und Helene Wessel. Als Mitglieder des Parlamentarischen Rates setzten sie 1949 mit Beharrlichkeit und Mut durch, dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz verankert wurde. Ohne ihr Engagement wäre der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ wohl nicht Bestandteil der Verfassung geworden – ein Satz, der bis heute ein Fundament unserer Demokratie bildet.

An diese sogenannten „Mütter des Grundgesetzes“ erinnert die gleichlautende Ausstellung, die am Sonntag, 28. September 2025, um 11 Uhr in der Rathausgalerie Bensheim eröffnet wird. Das Frauenbüro der Stadt lädt alle Interessierten herzlich dazu ein.

Auf 17 Plakaten werden die Lebensbilder und politischen Leistungen der vier Pionierinnen nachgezeichnet. Die Ausstellung zeigt, wie sie über Parteigrenzen hinweg kämpften, Unterstützung in der Frauenbewegung fanden und schließlich das Ziel erreichten, das bis dahin nicht selbstverständlich war: rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern.
Doch die Ausstellung belässt es nicht bei einem Blick in die Vergangenheit. Sie macht deutlich, wie mühsam der Weg zur tatsächlichen Gleichberechtigung war und bis heute ist. Denn Artikel 3 Absatz 2 war 1949 zunächst ein Programm, kein Abbild der Realität. Erst nach jahrzehntelangem Ringen fielen rechtliche Benachteiligungen wie das Entscheidungsrecht des Ehemannes in der Familie. Mit der Ergänzung des Artikels im Jahr 1993 um die Verpflichtung des Staates, aktiv zur Durchsetzung der Gleichberechtigung beizutragen, wurde der Anspruch erneut gestärkt.

Zum Auftakt der Ausstellung begrüßt Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Marion Vatter die Gäste. Danach richtet Bürgermeisterin Christine Klein, die 2009 mit dem Helene-Weber-Preis für ihr frauenpolitisches Engagement geehrt wurde, persönliche Worte an das Publikum. Anschließend nimmt Susanne Maier, Vorstandsmitglied des Deutschen Frauenrats, die Besucherinnen und Besucher mit auf eine spannende Einführung in die Ausstellung. Diese wurde von der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e. V. (EAF) konzipiert, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz gefördert und ist eine Leihgabe der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bitburg-Prüm.

Bis zum 23. Oktober 2025 ist sie während der Öffnungszeiten des Rathauses in der Rathausgalerie zu sehen.

Passend zum Thema laden die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Bergstraße für Montag, 29. September, um 19 Uhr ins Stadthaus Lampertheim (Römerstraße 102)ein. Bei der Podiumsdiskussion „Frauen in die Kommunalpolitik – Chancen, Herausforderungen, Perspektiven“ berichten Kommunalpolitikerinnen aus der Region von ihren Erfahrungen und diskutieren, wie politische Teilhabe von Frauen gestärkt werden kann. Alle Interessierten sind herzlich willkommen.