Mit vollem Einsatz für mobile Lebensfreude: Seniorenbeauftragte Gudrun Frehse macht Rikscha-Führerschein

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Gudrun Frehse und Elsa Rettig in der Rikscha
Die 94-jährige Elsa Rettig genießt mit der Senioren- und Behindertenbeauftragten Gudrun Frehse eine Ausfahrt mit der Rikscha durch Bensheim.

Bensheim | 30. Juli 2025 Ein kleiner Ausflug in die Innenstadt oder in die Natur – für kürzere Fahrten suchte der Seniorenbeirat Bensheim kürzlich ehrenamtliche Radlerinnen und Radler, die dabei helfen, ältere Menschen mittels Fahrradrikschas unkompliziert von A nach B zu bringen. Seit Kurzem ist nun auch Bensheims Senioren- und Behindertenbeauftragte Gudrun Frehse offiziell als Rikscha-Fahrerin im Einsatz: Mitte Mai absolvierte sie erfolgreich die Schulung und erwarb den sogenannten „Pilotenausweis“ für Fahrradrikschas. Damit darf sie künftig selbst Fahrgäste sicher und regelkonform durch Bensheim kutschieren.

„Ich wollte wissen, wie es ist – aus Sicht der Fahrerinnen und Fahrer. Gleichzeitig ist es mir wichtig, selbst auch in die Pedale zu treten“, sagt Frehse. „Für viele ältere Menschen bedeutet so eine kleine Ausfahrt ein großes Stück Lebensfreude und Teilhabe. Das möchte ich unterstützen.“

Die Rikscha-Initiative ist eine Kooperation mit dem AWO-Zentrum Bensheim, das durch eine Förderung der Glücksspirale zwei Rikschas zur Verfügung stellen kann – aber nicht über genügend Personal verfügt, um regelmäßige Fahrten umzusetzen. Deshalb werden weitere engagierte Ehrenamtliche gesucht, die sich als Fahrerinnen und Fahrer einbringen möchten. Die zwei Rikschas können bei Bedarf bei der AWO ausgeliehen werden. In einer Rikscha können zwei Fahrgäste mitgenommen werden, in der anderen findet ein Rollstuhlfahrer Platz, der für die Fahrt nicht umsteigen muss.

Die kostenfreien Touren sollen Seniorinnen und Senioren auch finanziell entlasten und ihnen zu mehr sozialer Teilhabe verhelfen. Gudrun Frehse ist überzeugt vom Konzept: „Es geht nicht nur um Mobilität, sondern um Begegnung, frische Luft, neue Eindrücke – kurz: um Lebensqualität. Die Gespräche unterwegs sind oft genauso wertvoll wie das Ankommen.“

Kürzlich fand ihre erste offizielle Ausfahrt mit einem 93-jährigen Bewohner des AWO-Zentrums statt. Der Senior genoss die Tour sichtlich: „Er hat gelacht, gewunken und war voller Geschichten – das war ein wunderschöner Moment für uns beide“, berichtet Frehse.

Gudrun Frehse und Elsa Rettig in der Rikscha

Eine weitere Fahrt ließ nicht lange auf sich warten: Elsa Rettig, 94 Jahre alt und ebenfalls Bewohnerin des AWO-Zentrums, war nun mit an Bord. Bei angenehmen Temperaturen ging es für sie, begeistert von der willkommenen Abwechslung, ins Grüne. „Diese kleinen Erlebnisse bleiben in Erinnerung – für alle Beteiligten“, ergänzt Gudrun Frehse mit einem Lächeln auf den Lippen.

Weitere Touren sind bereits geplant, je nach Wetterlage. Wer sich als ehrenamtlicher Rikscha-Fahrer engagieren möchte, meldet sich bei der Senioren- und Behindertenbeauftragten Gudrun Frehse telefonisch unter 06251 550096 oder per Mail an ksb@bensheim.de. Außerhalb der Sprechzeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet. Die Ausbildung zur Rikscha-Pilotin oder zum Rikscha-Piloten wird organisiert und ist unkompliziert – das Engagement aber von großer Wirkung.