Im Einsatz für ein sicheres Bensheim

Diversity-Tag: Vielfalt im Team der Stadtpolizei ist ein wesentlicher Faktor

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Personen stehend vor Polizeiauto
Bildunterschrift: Unser Bild zeigt (v.l) Heico Wennrich (Stadtpolizist), Osman Hüyük (Stadtpolizist), Silvio Franz (Sachgebietsleiter), Matthias Becker (Stadtpolizist), Thorsten Buß (Stadtpolizist), Gökhan Sapmaz (Stadtpolizist), Sencer Gülmez (Stadtpolizist), Ralf van den Dungen (Stadtpolizist), Sebastian Engelbrecht (Stadtpolizist). Bild: Stadt Bensheim

Bensheim | 27. Mai 2025 Am 27. Mai 2025 wird bundesweit der Tag der Diversität begangen – ein Aktionstag, der die Bedeutung von Vielfalt in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft hervorhebt. Initiiert durch die Charta der Vielfalt, machen an diesem Tag zahlreiche Unternehmen, Institutionen und Verwaltungen sichtbar, wie bunt und facettenreich Deutschland ist – und wie wichtig ein wertschätzendes, vorurteilsfreies Miteinander für den gemeinsamen Erfolg ist.

Auch die Stadt Bensheim nutzt diesen Tag, um ein Zeichen für Offenheit und Respekt zu setzen – denn Vielfalt spiegelt sich auch in ihrer Verwaltung wider. „Diversität in der Belegschaft fördert Chancengleichheit und stellt sich gegen Diskriminierung. Vorurteile und Barrieren werden abgebaut, faire Bedingungen für alle geschaffen“, betont Bürgermeisterin Christine Klein. Eine altersgemischte und multikulturelle Belegschaft bringe ein breiteres Spektrum an Wissen, Fähigkeiten und neue Perspektiven in eine Organisation.

Besonders sichtbar wird das beim Team Stadtpolizei, in dem Menschen im Alter von 34 bis 62 Jahren mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen, Erfahrungen und Perspektiven gemeinsam an einem Strang ziehen und sich engagiert zum Wohl der Bensheimer Bürgerinnen und Bürger einsetzen. Ihre Geschichten zeigen: Migrationsgeschichte ist ein wertvoller Teil unserer gemeinsamen Zukunft – und der Gegenwart.

Das verdeutlicht Osman Hüyük, dessen Opa als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kam – und hier eine zweite Heimat gefunden hat. Seine familiären Wurzeln helfen ihm auch im Job, vor allem in Gesprächen mit Menschen, die ebenfalls einen türkischen Hintergrund haben. Ähnliche Erfahrungen haben seine Kollegen Gökhan Sapmaz und Sencer Gülmez, beide ebenfalls in der dritten Generation in Deutschland, im Dienst für die Stadt Bensheim gemacht.

Seine Motivation bezieht Osman Hüyük aber aus einer anderen Quelle: „Ich will den Menschen helfen.“ Und nebenbei mit verstaubten Klischees aufräumen. Nach wie vor werden Stadtpolizisten oft mit dem Verteilen von „Knöllchen“ assoziiert. Doch ihre Aufgaben gehen weit darüber hinaus. Ob als Streitschlichter bei Konflikten, als Kummerkasten für Sorgen und Nöte oder als Repräsentanten in Uniform der Stadt Bensheim: Das Team trägt täglich zu einem funktionierenden und sicheren Miteinander in Bensheim bei. Sie sind für die Bürgerinnen und Bürger da – und arbeiten nicht gegen sie.

Das ist nicht immer ein leichtes Unterfangen, denn das Konfliktpotenzial auf deutschen Straßen im Allgemeinen ist bekanntlich hoch. „Wir setzen hier die Straßenverkehrsordnung durch. Das bedeutet auch Verständnis zu wecken, wo das Recht des einen aufhört und das Recht des anderen anfängt“, betont Ralf van den Dungen, gebürtiger Niederländer und seit zehn Jahren bei der Stadtverwaltung. Das ist eine fordernde Aufgabe, denn die Straßenverkehrsordnung wird immer komplexer. Und das Verständnis für ein gutes Miteinander ist nicht immer gegeben – vorsichtig formuliert. „Bürgernähe ist heute noch mehr gefragt als jemals zuvor“, konstatiert van den Dungen. Der Austausch mit den Bensheimerinnen und Bensheimern sei immens wichtig. Was wiederum den Beruf auch so abwechslungsreich mache. Gute Menschenkenntnis und ein stabiles Nervenkostüm schaden dabei nicht – schließlich gelte es, den Gegenüber schnell einschätzen zu können, um die richtige Ansprache zu wählen.

Heico Wennrich und Thorsten Buß verfügen über einen langjährigen Erfahrungsschatz und wissen, wann die Ansagen bestimmter werden müssen, um eine Eskalation zu vermeiden. Dabei ist allen bewusst, dass jeder einmal einen schlechten Tag haben kann. „Wir müssen mit den Menschen umgehen können“, lautet ein Credo der Gruppe. Und es sind bei weitem nicht die negativen Erlebnisse, die hängen bleiben. Nette Gespräche gehören ebenso zum Berufsalltag dazu.

„Die Leute ändern sich, die Arbeit ändert sich“, bringt es Buß, der lange Zeit in Darmstadt gearbeitet hat, auf den Punkt. Früher gab es einen Feldschutzmann im Ort, der aufgepasst hat, dass niemand das Obst von den Bäumen geklaut hat. Heute besteht das Team aus zwölf Kollegen – allein in den vergangenen zehn Jahren kamen sieben weitere Mitarbeitende hinzu. Nicht nur, um den Verkehr zu überwachen, sondern weil das Aufgabenspektrum immer vielfältiger und größer wird: Gefahrenabwehr, Ermittlungen bei illegalen Müllablagerungen, Unterstützung von Feuerwehr und Rettungsdiensten bei Einsätzen, die Absicherung von Veranstaltungen, um nur einige Beispiele zu nennen.

Koordiniert werden die Einsätze der Stadtpolizei von Sachgebietsleiter Silvio Franz. „Es ist wichtig, als Team zusammenzuhalten“, betont Franz. Auch weil mitunter viel öffentliche Kritik auf die Kollegen einprasselt. Die wiederum schätzen an „ihrem“ Sachgebietsleiter nicht nur den ruhigen Ton, sondern auch seine organisatorischen Fähigkeiten. Davon profitieren auch die beiden Jüngsten bei der Stadtpolizei, Matthias Becker und Sebastian Engelbrecht. Den Menschen helfen, mit Augenmaß für Sicherheit und Ordnung sorgen, das hat für die beiden höchste Priorität. Hinzu kommt das gute Miteinander in der Truppe und ein „blindes Verständnis“ (Becker) mit dem Partner im Einsatz.  

Das „familiäre Umfeld“ war mit ein Grund für den Heppenheimer Gökhan Sapmaz, sich bei der Stadt Bensheim zu bewerben. Seit 1. Mai verstärkt er das Team. „Es macht Spaß hier in Bensheim. Die Stadt ist ein sehr guter Arbeitgeber.“ Was er bereits von seiner Frau wusste, die als Erzieherin in einer städtischen Kita beschäftigt ist. 

Nicht nur am Deutschen Diversity-Tag wird deutlich: Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, sozialen Erfahrungen und Altersgruppen bringen wertvolle Perspektiven in die tägliche Arbeit ein. Diese Vielfalt stärkt nicht nur die interkulturelle Kompetenz im Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern, sondern ermöglicht auch ein besseres Verständnis für die Lebensrealitäten unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen.

Gerade in Situationen, in denen Vertrauen entscheidend ist, zeigt sich der Vorteil eines Teams, das sprachlich wie kulturell Brücken bauen kann. „Vielfalt im Team bedeutet auch Vielfalt im Denken und Handeln“, betont die interne Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Hundsdorf.

Hintergrund:

Der Deutsche Diversity-Tag, initiiert vom Verein Charta der Vielfalt, ist ein jährlicher Aktionstag, der Vielfalt und Inklusion in Organisationen fördert. Das diesjährige Motto lautet „Wenn Vielfalt gewinnt, gewinnt Deutschland“. Er bietet eine Plattform für Organisationen, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und Engagement für eine offene und diskriminierungsfreie Arbeitswelt zu zeigen. Der Tag dient dazu, ein Bewusstsein für Vielfalt in der Arbeitswelt zu schaffen, Vorurteile abzubauen und inklusive Arbeitsumgebungen zu fördern. Der Aktionstag wurde erstmals 2012 ins Leben gerufen.

Der Verein Charta der Vielfalt ist die größte Arbeitgebenden-Initiative zur Förderung von Diversity in Unternehmen und Institutionen Deutschlands. Das Herzstück des Vereins ist die Urkunde „Charta der Vielfalt“, die zur Anerkennung und Einbeziehung von Vielfalt in der Arbeitskultur 2006 gemeinsam von Unternehmen und Politik ins Leben gerufen wurde.

Mehr als 6000 Organisationen, darunter die Stadt Bensheim, haben die Charta der Vielfalt bis heute unterzeichnet. Damit repräsentiert sie über 15 Millionen Beschäftigte. Der Verein wird getragen von 38 Mitgliedsorganisationen.