Führungskräfte der Bensheimer Feuerwehren für Krisenlagen geschult

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Feuerwehrautos

Bensheim | 18. Dezember 2025 Wenn außergewöhnliche Krisenlagen eintreten und schnelle, koordinierte Entscheidungen gefragt sind, kommt es auf gut vorbereitete Führungskräfte an. Genau darauf zielte eine Fortbildung zum Zivil- und Katastrophenschutz ab, an der kürzlich die Zug- und Gruppenführerinnen und -führer aller Feuerwehren der Stadt Bensheim – einschließlich der Stadtteilfeuerwehren – teilgenommen haben. Ziel der Schulung war es, die Führungskräfte gezielt auf besondere Einsatzlagen und Großschadensereignisse vorzubereiten.

Zu Beginn referierte Annalena Böhm vom Deutschen Roten Kreuz, Zugführerin des 2. Betreuungszuges des Kreises Bergstraße, über den Betreuungsplatz 50 nach dem hessischen Sonderschutzplan. Dieser kommt bei Notlagen zum Einsatz, wenn bis zu 50 Menschen ihre Wohnungen kurzfristig verlassen müssen und eine Unterbringung erforderlich ist. Die dafür notwendigen Materialien wie Feldbetten werden von der Kommune bereitgestellt, durch die Feuerwehr aufgebaut und anschließend an den Betreuungszug zum Betrieb übergeben. Auch die Stadt Bensheim verfügt über die entsprechende Ausstattung, um einen Betreuungsplatz 50 aufbauen zu lassen.

Anschließend sprach Sophie Franke vom Technischen Hilfswerk (THW), Ortsverband Bensheim, über Marsch- und Kolonnenfahrten. Thematisiert wurden unter anderem die Planung und Durchführung von Verlegungen größerer Einheiten über längere Strecken, die Festlegung von Haltepunkten, die Versorgung mit Kraftstoff und Verpflegung sowie die rechtlichen Grundlagen solcher Einsätze.

Ein weiterer Schwerpunkt der Fortbildung war die taktische Medizin. Dr. Christoph Clauß, Notarzt und Leiter der Notaufnahme am Heilig-Geist-Hospital in Bensheim, erläuterte die Abläufe bei einem Massenanfall von Verletzten. Dabei ging es um die strukturierte Sichtung von Verletzten, lebensrettende Sofortmaßnahmen wie das Stoppen starker Blutungen sowie die besondere Bedeutung der sogenannten „Golden Hour of Shock“. Darunter versteht man das erste Zeitfenster von etwa 60 Minuten nach einem schweren Trauma, in dem eine schnelle medizinische Versorgung entscheidend ist, um lebensbedrohliche Komplikationen zu verhindern und die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich zu erhöhen.

Zum Abschluss informierte Stadtbrandinspektor Jens-Peter Karn über aktuelle Entwicklungen im Brandschutz. Er zog ein kurzes Resümee der Großübung „Apollon 2025“ und stellte daraus abgeleitete Verbesserungsansätze vor. Bei dieser Katastrophenschutzübung im März wurde ein großflächiger Stromausfall im Bensheimer Stadtgebiet angenommen. Rund 500 Einsatzkräfte arbeiteten Hand in Hand, um die Folgen eines solchen Szenarios (wie Brände, Unfälle, Evakuierungen) zu trainieren.

Zudem wurden im Laufe des Jahres verschiedene Sondereinsatzpläne, Checklisten und Dienstanweisungen erarbeitet, die die Einsatzkräfte bei Großlagen unterstützen sollen. Auch die Infrastruktur der Feuerwehren wurde weiter ausgebaut: Neun Bensheimer Feuerwehrhäuser sind inzwischen mit Brandmeldeanlagen ausgestattet. Zudem sind alle Standorte bei einem großflächigen Stromausfall über Notstromversorgung weiterhin einsatzfähig.

Nach einem informativen und lehrreichen Abend bedankte sich Stadtbrandinspektor Karn bei den Referentinnen und Referenten sowie den Teilnehmenden und wünschte allen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins neue Jahr.