Bensheim | 17. Juli 2025 Sozial- und Integrationsministerin Heike Hofmann würdigte bei einem Festakt im Schloss Biebrich in Wiesbaden die Arbeit der ehrenamtlichen Integrationslotsinnen und -lotsen. Sie ehrte im Namen der Landesregierung stellvertretend 30 Engagierte, darunter Mari Hariri vom Lotsenprojekt der Stadt Bensheim, für ihren Einsatz. Jedes Lotsen-Projekt in Hessen konnte stellvertretend für das Team eine Person benennen. Aus den Händen Heike Hofmann erhielt sie eine Urkunde, von Staatssekretärin Katrin Hechler Blumen. Das Schloss Biebrich bildete für die schöne Veranstaltung einen besonderen Rahmen.
Mari Hariri setzt sich seit zehn Jahren mit Hingabe und Leidenschaft für die Integration von Menschen ein. Sie möchte vor allem Kinder und Jugendliche unterstützen und sieht ihre Aufgabe darin, ihnen durch Bildung neue Perspektiven zu eröffnen. Wo andere zögern, ist sie aktiv: Als Ansprechpartnerin für die Familien und als Vermittlerin zwischen den Behörden. Besonders beeindruckend ist ihre Fähigkeit, klare Grenzen zu setzen und gleichzeitig die Menschen zu motivieren, ihre Selbstständigkeit zu entwickeln und Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.
„Die Lotsinnen und Lotsen zeichnet aus, dass sie für andere Menschen einstehen und sich ihrer Probleme, Sorgen und Ängste annehmen. Dafür benötigt man Kraft, Ausdauer und Wissen – und vor allem: viel Herz“, so die Integrationsministerin Heike Hofmann. Die engagierten Freiwilligen helfen Geflüchteten und Neuzugewanderten in Hessen bereits seit 2005 beim Ankommen in den Kommunen und Kreisen, erleichtern den gesellschaftlichen Zugang und ermöglichen Teilhabe. So unterstützen sie nicht nur durch ihre vielfältigen Sprachkenntnisse bei der Überwindung von Sprachbarrieren, sondern informieren darüber hinaus auch über wichtige Alltagsfragen und vermitteln zwischen den Kulturen.
Die ehrenamtliche Tätigkeit der Integrationslotsen ist ein zentraler Baustein für gelebte Willkommenskultur und Integration vor Ort. Bensheim verfügt zurzeit über mehr als 30 aktive Integrationslotsinnen und -lotsen. Mit viel persönlichem Einsatz leisten sie einen wertvollen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt.
Um den Frauen und Männern einen geschützten Raum für eine Kontaktaufnahme mit Klientinnen und Klienten zu geben, wurden im März offene Sprechstunden eingerichtet. Diese werden immer dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr im Integrationszentrum, Hauptstraße 53, angeboten – und zwar aufgeteilt nach Sprachen. Konkret bedeutet das: An jedem ersten und letzten Dienstag im Monat Arabisch, an jedem ersten und dritten Dienstag Persisch, an jedem zweiten und vierten Dienstag Russisch, an jedem zweiten und dritten Dienstag Türkisch und an jedem zweiten Dienstag im Monat Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, dienstags nur auf Anfrage Kurdisch, an jedem letzten Donnerstag im Monat Somalisch. An jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat sind Integrationslotsinnen anwesend, die Amharisch und Tigrinya sprechen. Wer Hilfe benötigt, kann zu den Offenen Sprechstunden einfach vorbeischauen oder während der Sprechstunde am Dienstag anrufen und einen individuellen Termin vereinbaren: Telefon 0162/1391750, Mail integration@bensheim.de.
Eine weitere offene Sprechstunde bietet das Caritaszentrum in Kooperation mit den Integrationslotsen donnerstags von 15 bis 17 Uhr im Internationalen Café (Klostergasse 5a) an. Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort sprechen Dari, Farsi, Arabisch, Russisch und Ukrainisch.
Die Integrationslotsinnen und -lotsen werden in Bensheim nicht nur von Menschen mit Migrationshintergrund um Unterstützung gebeten, sondern ebenso beispielsweise von Kindertagesstätten, Schulen, Behörden oder sozialen Einrichtungen. Diese können per Mail an integration@bensheim.de oder telefonisch unter 06251/14185 Kontakt mit Natalia Rathke aufnehmen. Der Bedarf ist demnach entsprechend groß, weshalb eine gute Koordination unerlässlich ist. Die Projektleiterin bittet auch deshalb Hilfesuchende darum, die offenen Sprechstunden als (erste) Anlaufstelle zu nutzen. Individuelle Einsätze können danach auch direkt besprochen werden.
Für ihren ehrenamtlichen Einsatz erhalten die Frauen und Männer eine kleine Aufwandsentschädigung, an der sich das Land Hessen mit einem Stundensatz von fünf Euro beteiligt. Die restlichen Kosten werden über einen Zuschuss aus der Integrationspauschale des Kreises gedeckt. Aus dem städtischen Haushalt fließen keine Mittel in das Programm.
Der jährliche Festakt zur Würdigung des ehrenamtlichen Engagements im Rahmen des WIR-Landesprogramms findet seit 2016 statt, somit war es in diesem Jahr die neunte Auflage.