Bensheim | 1. April 2026 Im Parktheater, wo sonst der Vorhang für große Bühnenmomente aufgeht, stand am Dienstag ein anderer, nicht minder bedeutender Augenblick im Mittelpunkt: Die Bürgerstiftung Bensheim übergab symbolisch eine Spende in Höhe von 12.000 Euro zur Unterstützung der „Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler“. Die Förderung ist ein wichtiges Signal für die kulturelle Vielfalt der Stadt und für die gezielte Unterstützung des künstlerischen Nachwuchses.
Bürgermeisterin Christine Klein betonte bei der Spendenübergabe die besondere Bedeutung des Festivals für die Stadt: „Die Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler zeigt eindrucksvoll, welche kreative Kraft im Theaternachwuchs steckt. Dass dieses Festival seit Jahrzehnten in Bensheim stattfindet, ist ein kultureller Schatz für unsere Stadt. Die Unterstützung der Bürgerstiftung hilft entscheidend dabei, jungen Talenten eine Bühne zu geben und den kulturellen Dialog mit unserem Publikum lebendig zu halten.“
Auch der Vorsitzende des Vorstandes der Bürgerstiftung Bensheim, Rolf Hiesinger, unterstrich die Motivation hinter der Förderung: „Kunst und Kultur sind kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil eines lebendigen Gemeinwesens. Mit unserer Spende möchten wir dazu beitragen, dass dieses Festival weiterhin jungen Schauspielerinnen und Schauspielern eine Plattform bietet und Bensheim als Ort der Kultur und des kreativen Austauschs stärkt.“
Das traditionsreiche Festival, das 1996 gegründet wurde, hat sich längst als fester Bestandteil der regionalen Kulturlandschaft etabliert. Vom 8. bis 27. März 2026 fand die bereits 31. Ausgabe statt. Fünf ausgewählte Gastspiele brachten erneut junge Darstellerinnen und Darsteller aus Stadt- und Staatstheatern, aus der freien Szene sowie von Hochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die Bühne des Parktheaters.
Die Auswahljury – bestehend aus Regisseurin Johanna Wehner, Schauspielerin und Autorin Amina Eisner, Dramaturgin Katrin Spira sowie Dramaturg Bernd Isele – sichtete dafür mehr als 80 Einreichungen.
Das Festival zeichnet sich neben seinen hochkarätigen Gastspielen auch durch seine besondere Nähe zum Publikum aus. Jede Aufführung wird durch eine Einführung der Auswahljury begleitet, im Anschluss können Zuschauerinnen und Zuschauer in moderierten Gesprächen direkt mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen.
Höhepunkt des Festivals ist die Verleihung des Günther-Rühle-Preises, mit dem eine Jury herausragende schauspielerische Leistungen auszeichnet. Parallel dazu entscheidet das Publikum über den Publikumspreis.
Ein wichtiger Baustein ist zudem das Schulprojekt „Theaterkritik“. In Kooperation mit Bensheimer Schulen lernen Schülerinnen und Schüler, Inszenierungen zu analysieren, darüber zu diskutieren und eigene Kritiken zu verfassen. Am Ende entscheiden sie als Schüler*innen-Jury über einen eigenen Preis – und erleben Theater so nicht nur als Publikum, sondern als aktive Beobachterinnen und Beobachter. Bei der diesjährigen, 31. „Woche“ räumte das Theater Aalen mit seiner Aufführung von „ich sehe was / was du nicht siehst“ alle drei Festival-Preise ab.
Dank gab es im Rahmen der Spendenübergabe auch von der Stadtkultur Bensheim. Eigenbetriebsleiter Thomas Herborn und Verwaltungsleiterin Petra Rettig betonten die große Bedeutung der Unterstützung: „Wir sind der Bürgerstiftung Bensheim sehr dankbar für diese großzügige Spende. Sie hilft uns dabei, ein Festival zu ermöglichen, das jungen Schauspielerinnen und Schauspielern eine Bühne bietet und gleichzeitig unser Publikum für neue Perspektiven im Theater begeistert. Solche Partnerschaften zeigen, wie stark das kulturelle Engagement in unserer Stadt ist.“
Gleichzeitig würdigten sie die Arbeit hinter den Kulissen und dankten den Veranstaltungsmeistern Egon Klüss, Benjamin Steinmann und Stefan Rohr, die „die Woche junger Schauspielerinnen und Schauspieler erneut mit großer Professionalität und viel Engagement betreut haben – ohne diese verlässliche technische und organisatorische Unterstützung wäre ein Festival dieser Größenordnung nicht möglich.“
Veranstaltet wird das Festival für den Schauspielnachwuchs von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und der Sparkasse Bensheim sowie der Stadtkultur Bensheim. Weitere Unterstützung kommt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur.
Die Spende der Bürgerstiftung setzt dabei ein deutliches Zeichen: Kulturförderung lebt vom Engagement vieler – und davon, jungen Talenten Raum zu geben. In Bensheim wird dieser Raum seit nunmehr drei Jahrzehnten jedes Frühjahr neu geöffnet.
Hintergrund:
Die Bürgerstiftung wurde 2009 gegründet und leistet seitdem ihren Beitrag für das soziale und kulturelle Leben in Bensheim. Unterstützt werden unmittelbar gemeinnützige und mildtätige Zwecke in Bensheim und den Stadtteilen. An vorderster Stelle steht die Förderung von Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur Heimatkunde und Heimatpflege sowie die Unterstützung hilfsbedürftiger Personen in Bensheim.
Der finanzielle Grundstock stammt aus dem Nachlass von Charlotte Schader sowie aus dem Vermächtnis von Anna Rosa Marie Petrus. 2012 wurde der Bürgerstiftung durch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung die Vermögensmasse des Nachlasses von Rosa Margarete Hübel als Zustiftung zur Verfügung gestellt. Die Erträge aus dem Stiftungsvermögen werden ausschließlich für den Stiftungszweck verwendet. Das Stiftungsvermögen selbst bleibt in seiner Höhe uneingeschränkt erhalten.
Die Bürgerstiftung freut sich immer über Spenden und zweckgebundene Einzahlungen auf folgendes Konto:
Sparkasse Bensheim, IBAN DE 30 5095 0068 0002 0955 78. Nur dadurch können besondere Projekte und Vorhaben immer wieder ermöglicht werden.