Wichtiger Baustein für die Integration vor Ort

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Personen mit Urkunden in der Hand
Bildinformation: Unser Bild zeigt (v.l.) Oleksiy Malinskyy, Gihan Ali, Oleksandr Malinskyy, Natalia Rathke und Ruben Zillig. Bild: Stadt Bensheim

Bensheim | 30. April 2025 In Bensheim kümmern sich ab sofort drei weitere Integrationslotsinnen und -lotsen um zugwanderte Menschen. Gihan Ali sowie Oleksandr und Oleksiy Malinskyy haben kürzlich im Integrationszentrum in der Hauptstraße ihre Zertifikate von Natalia Rathke, Projektleiterin aus dem Team Soziales und Integration, und Teamleiter Ruben Zillig erhalten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss einer umfassenden Online-Schulung im Zuge des Landesprogramms „WIR“ (Wegweisende Integrationseinsätze Realisieren) stehen sie ab sofort Menschen mit Migrationsgeschichte als kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zur Seite. Ihr Ziel: Brücken bauen, Orientierung geben und das Ankommen erleichtern. „Unsere Integrationslotsinnen und -lotsen leisten mit Herz und Verstand eine unschätzbare Arbeit für das Miteinander. Ihr Engagement zeigt, dass Integration keine Einbahnstraße ist, sondern ein gemeinsamer Weg, den wir nur zusammen gehen können“, betonte Bürgermeisterin Christine Klein, die sich darüber hinaus bei Natalia Rathke und dem Fachteam für ihren Einsatz bedankte.

Die ehrenamtliche Tätigkeit der Integrationslotsen ist ein zentraler Baustein für gelebte Willkommenskultur und Integration vor Ort. Bensheim verfügt zurzeit über mehr als 30 aktive Integrationslotsinnen und -lotsen. Sie begleiten Zugewanderte zu Behörden, helfen bei Sprachbarrieren, vermitteln zwischen verschiedenen Kulturen sowie bei Problemen an geeignete Fachdienste und bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Mit viel persönlichem Einsatz leisten sie einen wertvollen Beitrag für den sozialen Zusammenhalt in der Stadt. Sie sind allerdings keine allgemeinen Problemlöser und Dolmetscher für alle Lebenslagen – und vor allem nicht rund um die Uhr verfügbar. Darauf verwies auch Natalia Rathke bei der Übergabe der Zertifikate.

Um den Frauen und Männern einen geschützten Raum für eine Kontaktaufnahme mit Klientinnen und Klienten zu geben, wurden im März offene Sprechstunden eingerichtet. Diese werden immer dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr im Integrationszentrum, Hauptstraße 53, angeboten – und zwar aufgeteilt nach Sprachen. Konkret bedeutet das: An jedem ersten und letzten Dienstag im Monat Arabisch, an jedem ersten und dritten Dienstag Persisch, an jedem zweiten und vierten Dienstag Russisch, an jedem zweiten und dritten Dienstag Türkisch und an jedem zweiten Dienstag im Monat Kroatisch, Serbisch, Bosnisch, an jedem letzten Donnerstag im Monat Somalisch. An jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat sind Integrationslotsinnen anwesend, die Amharisch und Tigrinya sprechen. Wer Hilfe benötigt, kann einfach vorbeischauen oder während der Sprechzeiten anrufen und telefonisch einen individuellen Termin vereinbaren: Telefon 0162/1391750, E-Mail an integration@bensheim.de.

Eine weitere offene Sprechstunde bietet das Caritaszentrum in Kooperation mit den Integrationslotsen donnerstags von 15 bis 17 Uhr im Internationalen Café (Klostergasse 5a) an. Die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort sprechen Dari, Farsi und Arabisch.

Die Integrationslotsinnen und -lotsen werden in Bensheim nicht nur von Menschen mit Migrationshintergrund um Unterstützung gebeten, sondern ebenso beispielsweise von Kindertagesstätten, Schulen, Behörden oder sozialen Einrichtungen. Diese können per Mail an integration@bensheim.de Kontakt mit Natalia Rathke aufnehmen. Der Bedarf ist demnach entsprechend groß, weshalb eine gute Koordination unerlässlich ist. Die Projektleiterin bittet auch deshalb Hilfesuchende darum, die offenen Sprechstunden als (erste) Anlaufstelle zu nutzen. Individuelle Einsätze können danach auch direkt besprochen werden.

Für ihren ehrenamtlichen Einsatz erhalten die Frauen und Männer eine kleine Aufwandsentschädigung, an der sich das Land Hessen mit einem Stundensatz von fünf Euro beteiligt. Die restlichen Kosten werden über einen Zuschuss aus der Integrationspauschale des Kreises gedeckt. Aus dem städtischen Haushalt fließen keine Mittel in das Programm.