Stadtpolizei trainiert den Umgang mit schwierigen Situationen

Deeskalation und rechtliche Sicherheit im Fokus: Zwei gemeinsame Seminartage mit Kollegen aus Heppenheim

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Personen sitzend und stehend an Tischen

Bensheim | 22. Oktober 2026 Wie bleibt man ruhig, wenn eine Situation zu eskalieren droht? Wie kann man auf aufgebrachte Menschen einwirken, ohne die Lage weiter zu verschärfen? Und welche rechtlichen Grundlagen sind im Einsatz besonders wichtig? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Stadtpolizei Bensheim mit ihren Kollegen aus Heppenheim und zwei Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros bei einem gemeinsamen zweitägigen Deeskalationstraining im Dorfgemeinschaftshaus Langwaden. Initiiert wurde der Seminartag von Sachgebietsleiter Silvio Franz. Heinz Müller und Stefan Jacob, zwei ehemalige Polizeibeamte, vermittelten praxisnahe Kenntnisse und gaben den Teilnehmenden Gelegenheit, wichtige Verhaltensweisen aufzufrischen und zu vertiefen.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich auch in angespannten Situationen besonnen und professionell handeln lässt. Gerade im täglichen Dienst treffen die Mitarbeiter der Stadtpolizei auf Menschen, die verärgert, aufgebracht oder manchmal uneinsichtig sind. Ob bei Kontrollen im öffentlichen Raum, bei Streitigkeiten, Beschwerden oder der Durchsetzung ordnungsrechtlicher Vorgaben: Nicht immer verlaufen Begegnungen konfliktfrei. Umso wichtiger ist es, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen, angemessen zu reagieren und durch eine ruhige, klare Kommunikation eine weitere Eskalation möglichst zu verhindern.

Die Trainer vermittelten, wie Stimme, Körpersprache und die Wahl der Worte dazu beitragen können, das Gegenüber zu beruhigen und die Situation unter Kontrolle zu halten. Dabei ging es auch darum, die eigene Wirkung zu reflektieren, Warnsignale rechtzeitig wahrzunehmen und die richtige Balance zwischen einem deeskalierenden Auftreten und einem konsequenten Handeln zu finden. Denn auch wenn ein besonnenes Vorgehen oberste Priorität hat, müssen die Beschäftigten in bestimmten Situationen klare Grenzen setzen und Entscheidungen treffen.

Ein weiteres Augenmerk lag neben dem Umgang mit sogenannten Reichsbürgern auf der Auffrischung rechtlicher Grundlagen. Besprochen wurden unter anderem die Voraussetzungen, unter denen die Stadtpolizei Personen festhalten darf, sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Waffen. Solche Themen sind im Arbeitsalltag glücklicherweise nicht ständig präsent, können im Ernstfall aber entscheidend sein. Deshalb ist es wichtig, sich die maßgeblichen Vorschriften und Handlungsmöglichkeiten regelmäßig wieder vor Augen zu führen und die eigene Vorgehensweise zu überprüfen.

Die Stadtpolizei übernimmt ein breites Aufgabenspektrum: Sie überwacht die Einhaltung kommunaler Vorschriften, sorgt für Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum, überwacht den ruhenden und fließenden Verkehr, unterstützt bei Veranstaltungen und geht Hinweisen und Beschwerden nach. Dabei sind die Mitarbeiter häufig unmittelbar mit Konflikten und schwierigen persönlichen Situationen konfrontiert. Neben Fachwissen und rechtlicher Sicherheit braucht es deshalb auch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, Menschenkenntnis und Fingerspitzengefühl.

Erster Stadtrat Frank Daum würdigte die Bedeutung der Fortbildung und die Arbeit der Stadtpolizei: „Unsere Stadtpolizei leistet jeden Tag wichtige Arbeit für die Sicherheit und das Zusammenleben in Bensheim. Dabei müssen die Kollegen oft innerhalb kurzer Zeit entscheiden, wie sie mit schwierigen oder unübersichtlichen Situationen umgehen. Umso wichtiger ist es, regelmäßig zu trainieren, rechtliche Grundlagen aufzufrischen und im Team Handlungssicherheit zu gewinnen. Ich schätze die sorgfältige und verantwortungsvolle Arbeit unserer Stadtpolizei sehr. Das Training ist eine gute Investition in die Sicherheit der Beschäftigten und der Menschen, mit denen sie täglich zu tun haben.“

Am Ende stand ein durchweg positives Fazit. Die Seminartage boten nicht nur die Gelegenheit, Wissen aufzufrischen und neue Impulse für den Berufsalltag mitzunehmen, sondern auch den Austausch über Erfahrungen und unterschiedliche Vorgehensweisen. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Heppenheim und den Mitarbeiterinnen des Bürgerbüros machte zudem deutlich, wie wertvoll es ist, Erfahrungen über die eigenen Aufgabenbereiche hinweg zu teilen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, auch künftig in herausfordernden Situationen besonnen, rechtssicher und professionell zu handeln.