Gemeinsam für Vielfalt und Respekt: Bensheim zeigt Flagge zum IDAHOBIT* 2025

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Anlässlich des IDAHOBIT* am 17. Mai hisst die Stadt Bensheim die Regenbogenfahne.

Bensheim | 17. Mai 2025 Am Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT*) hat die Stadt Bensheim erneut ein starkes Zeichen für Vielfalt und Akzeptanz gesetzt. Anlässlich dieses globalen Aktionstags weht die Regenbogenfahne vor dem Bensheimer Rathaus – ein Symbol für die Solidarität mit der LGBTQIA+-Gemeinschaft und den gemeinsamen Einsatz gegen Diskriminierung.

„Bensheim zeigt Flagge und steht für eine vielfältige, bunte Gesellschaft, in der alle Menschen so leben und lieben dürfen, wie sie möchten“, betonte Marion Vatter, externe Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bensheim. Hintergrund des IDAHOBIT ist der 17. Mai 1990 – der Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität offiziell von ihrer Liste der psychischen Krankheiten strich. Seither hat sich viel bewegt, aber die Herausforderungen bleiben groß. Queere Menschen sind leider nach wie vor oft Hass, Ausgrenzung und Gewalt ausgesetzt. Das Recht jedes Menschen, ohne Diskriminierung selbstbestimmt zu leben, werde für queere Menschen täglich infrage gestellt. „Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter*, nicht-binäre und queere Menschen sind Menschenrechte und nicht verhandelbar“, verdeutlichte die Frauenbeauftragte.

Auch Paula Hille vom Queeren Jugendtreff in Bensheim betonte die Bedeutung solcher Aktionstage: „Jedes Jahr steigen die Zahlen queerfeindlicher Gewalt.“ Seit 2010 hätten sich die Zahlen verzehnfacht, bei gleichbleibender Dunkelziffer. Das habe mit einem zunehmenden Rechtsruck und einer zunehmenden Polarisierung der Gesellschaft zu tun. „Plötzlich sind Dinge sagbar, die früher noch unsagbar waren“, so Hille. Geändert habe sich zu dem die Weltpolitik, spielte sie in ihrer Rede auf US-Präsident Donald Trump an, der sich auf einem Feldzug gegen Vielfalt, Inklusion und Diversität befindet und per Dekret festgelegt hatte, dass in den USA nur noch zwei Geschlechter anerkannt sind. Kritik äußerte Paula Hille auch am neuen Bundeskanzler Friedrich Merz, der im Wahlkampf mit einer Abschaffung des Selbstbestimmungsgesetzes gedroht habe. Das sei im Koalitionsvertrag immerhin wieder abgeschwächt worden.

Für Paula Hille ist es daher wichtig, dass die queere Gemeinschaft zusammensteht und sich gegenseitig unterstützt. „Wir müssen schauen, wer Hilfe braucht. Wir müssen aber ebenso schauen, wer uns Halt geben kann. Und wir müssen schauen, wie wir uns selbst und andere stärken können.“

Das diesjährige Motto des IDAHOBIT*, „The Power of Communities – Die Macht der Gemeinschaften“, erinnert daher auch daran, wie wichtig kollektive Solidarität für den Fortschritt ist. Es würdigt die Beiträge von Menschenrechtsverteidiger*innen, LGBTQIA+-Gruppen und ihren Verbündeten, die sich weltweit für Menschenrechte und kollektive Befreiung einsetzen.

Mit der diesjährigen Fahnenhissung setzt Bensheim ein klares Zeichen für Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt – ein starkes Signal für eine Gesellschaft, in der alle Menschen frei und selbstbestimmt leben können. Als Symbol für die Bewegung verbinden viele Menschen mit der Regenbogenfahne die Hoffnung auf eine bunte, vielfältige Welt ohne Hass und Diskriminierung gegen Minderheiten in Bezug auf Geschlecht und sexuelle Orientierung. 

Der Treffpunkt Queer für Erwachsene findet seit September 2022 jeden dritten Mittwoch im Monat um 18 Uhr in den Räumen des Frauenbüros, Hauptstraße 53, Bensheim, statt. Infos sind über das Frauenbüro der Stadt Bensheim telefonisch 06251 856003 oder per E-Mail an frauenbuero@bensheim.de erhältlich. Die Gruppe ist ein gemeinsames Projekt des Frauenbüros Bensheim und Adinet Südhessen. Träger von Adinet Südhessen ist der Verein Fabian Salars Erbe. Der Treffpunkt kommt einer wichtigen Forderung des Integrations- und Vielfaltskonzeptes der Stadt Bensheim nach.

Der queere Jugendtreff mit Beratungsangebot trifft sich seit Mai 2023 jeden 1. und 3. Freitag im Monat von 14 bis 18 Uhr im Jugendzentrum, Rodensteinstraße 19. Markus van den Boom von der Jugendförderung Bensheim und Leiter des Jugendzentrums, organisiert gemeinsam mit Paula Hille den Jugendtreff. „Wir sind sehr glücklich, Paula als Fachkraft zu haben.“ Die Gruppe wachse stetig, was einerseits ein Zeichen für die Diversität in Bensheim ist, anderseits aber auch die Notwendigkeit verdeutlicht, einen Ort anbieten zu können, an dem sich die Jugendlichen frei entfalten können. Wobei die Teilnehmenden nicht nur aus Bensheim kommen – was ebenfalls aufzeigt, wie wichtig dieses Angebot ist.

Junge Menschen zwischen 14 und 23 Jahren sind bei den Treffen herzlich willkommen. Weitere Infos auf Instagram @queere.jugend_bensheim.